Arbeiten in Teilzeit: Wie aus Herausforderungen Chancen werden

Eine Frage, die auch im Zeitalter von Homeoffice, flexiblen Arbeitszeiten und Weiterentwicklung von Frauen immer noch gestellt wird. Gerade Mütter, die erstmal in Teilzeit zurück in den Job wollen, müssen in vielen Unternehmen um Anerkennung kämpfen. Katharina Becker hat diese Erfahrungen auch gemacht. Doch ihr beruflicher Werdegang bei HAVI Logistics zeigt, wie aus Herausforderungen Chancen werden können. Und das für beide Seiten.

Seit 2014 arbeitet Katharina Becker – Mutter einer achtjährigen Tochter und eines vierjährigen Sohnes – bei dem Logistikdienstleister HAVI Logistics, einem der führenden Supply Chain Partner in der Systemgastronomie, zu dessen Kunden beispielsweise McDonald’s, BP, Kentucky Fried Chicken, Vapiano oder Nordsee zählen. Das weltweit agierende Unternehmen ist in Deutschland an neun Standorten präsent. Der Hauptsitz ist in Duisburg. An diesem Standort arbeitet auch Katharina Becker. Eingestiegen ist die junge Mutter direkt nach ihrem BWL-Studium. Ihre Tochter war damals ein Jahr alt. Im Oktober 2018 – in der Zwischenzeit hat Katharina Becker noch einen Sohn zur Welt gebracht – hat sie eine Teamleitung in der Abteilung „Demand and Supply Planning“ übernommen. Heute gehört die zweifache Mutter zum Senior Management des Konzerns und ist für eine komplette Abteilung zuständig. Eine neue Herausforderung, die sie spannend findet, so Katharina Becker.

Spannend, aber nicht immer leicht. Die 37-Jährige erinnert sich noch gut an die Zeit nach der Geburt ihres zweiten Kindes, als sie nach einer 11-monatigen Elternzeit zurück in den Job wollte – und das zunächst in Teilzeit. Da musste auch sie um erneute Anerkennung und Akzeptanz kämpfen, obwohl sie vor der Geburt ihres Sohnes schon einige Jahre erfolgreich bei HAVI Logistics tätig war. „Ich glaube, das ist überall so, dass – wenn man aus der Elternzeit kommt und erstmal 20 Stunden arbeitet – man manchmal das Gefühl hat, auf dem Abstellgleis zu sein und von den Aufgaben nicht mehr das bekommt, was man vorher gemacht hat.“ In Teilzeit arbeitende Mütter sind in vielen Unternehmen noch nicht komplett akzeptiert. Aufgrund ihrer beschränkten Stundenzahl tun sich Mütter oftmals schwer, im Job ausreichend Präsenz zu zeigen und beruflich weiterzukommen. Doch gerade das ist wichtig und auch in Teilzeit möglich. Das hat auch Katharina Becker erkannt und bewiesen: „Nur weil ich Teilzeit arbeite, ist meine Arbeit nicht weniger wert!“. Ihre Beharrlichkeit hat sich gelohnt. Denn heute leitet Becker die neu entstandene Abteilung „Sustainability und Data Insights“. Die junge Mutter ist damit bisher die einzige Führungskraft, die in Teilzeit arbeitet. Doch das wird sich sicherlich bald ändern.

Teilzeitarbeit ist besser als ihr Ruf

Als Senior Managerin bei HAVI Logistics ist Katharina Becker nun selbst verantwortlich für die eine oder andere Stellenausschreibung. Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen will sie mit den klassischen Mütter-Teilzeit-Vorurteilen wie häufiger Arbeitsausfall, geringere Effektivität, keine Flexibilität ein für alle Mal Schluss machen. „Ich bin – was das Thema „Teilzeit“ angeht – sehr aufgeschlossen. Ich habe gerade eine neue Stelle ausgeschrieben, ganz bewusst auf Teil- oder Vollzeit.“ Sie wolle damit ganz speziell Frauen ansprechen, so die Managerin.  Denn die Vergangenheit hat gezeigt, wie produktiv Teilzeitkräfte wirklich sind. „Ich habe in meinem Team einige in Teilzeit arbeitende Mütter, die so effizient arbeiten. Die schaffen in ihrer Teilzeit so viel wie andere an einem ganzen Tag.“ Konsequent spricht sie das Thema „Teilzeit“ an – auch bei ihren Vorgesetzen. „Das mit der Teilzeit muss man noch viel mehr ins Bewusstsein bringen. Und das versuche ich ganz aktiv bei uns.“

Familienfreundlichkeit rechnet sich

Familienfreundlichkeit rechnet sich und ist mittlerweile ein harter Wettbewerbsfaktor. Das hat HAVI Logistics erkannt. Inzwischen sind im Unternehmen in Teilzeit arbeitende Mütter sehr willkommen. Katharina Becker ist begeistert, was sich bei HAVI Logistics in den letzten Jahren getan hat. „Gerade haben wir für Frauen ein Mentoringprogramm gestartet, um auf unsere Potenziale aufmerksam zu machen und sie weiterzuentwickeln, weil es bei uns aktuell in Führungspositionen nicht viele Frauen gibt. (…) Inzwischen wurde gesehen, dass wir hier mehr Diversität brauchen und dafür werden nun auch speziell Frauen weiterentwickelt.“  Auch Themen wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten sind keine „Tabuthemen“ mehr. „Als ich eingestiegen bin, war das mit dem Homeoffice noch gar nicht denkbar.“, so Katharina Becker. „Aber in den letzten Jahren hat sich hier sehr viel getan.“  Inzwischen herrscht bei HAVI Logistics große Flexibilität, was das Arbeiten im Home Office angeht. Davon profitiert natürlich auch Katharina Becker mit ihren zwei Kindern.

Ein Tipp von Mutter zu Mutter: Sei mutig!

Auch wenn sie manchmal ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie ihrem Sohn wegen eines anstehenden Meetings das ipad in die Hand drückt, bereut Katharina Becker ihre berufliche Entscheidung nicht. Im Gegenteil. Ausschlaggebend ist für sie nicht unbedingt die Menge der Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringt, sondern wie sie die gemeinsame Zeit verbringt.

Als Führungskraft bestärkt Katharina Becker andere Mütter in ihrem Team, den Mut zu haben, zu sagen was man will.  Gerade wenn man in Teilzeit arbeitet und der momentane Job unter den tatsächlichen beruflichen Fähigkeiten rangiert. „Man sollte das, was man will auch offensiv ansprechen. Dass man sich die eine oder andere Aufgabe auch zutraut – auch oder gerade, wenn man in Teilzeit arbeitet.“ Katharina Becker weiß, Arbeitnehmer in Teilzeit sind eine Herausforderung für ein Unternehmen. Aber wenn man sich darauf einlässt, können sie ebenso eine Bereicherung sein. Für das Unternehmen, für die KollegInnen und auch für die Gesellschaft.

 

 

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