Familienfreundliche Arbeitsmodelle: Die Vor- und Nachteile für Unternehmen und Mitarbeiter

Familienfreundliche Arbeitsmodelle: Die Vor- und Nachteile für Unternehmen und Mitarbeiter

Auf dem heutigen Arbeitsmarkt finden sich unterschiedliche Arbeits(zeit)modelle, die es Familien ermöglichen, Job und Kinder unter einen Hut zu bekommen. Vollzeitnahe Teilzeit, Job Sharing und Gleitzeit gelten als besonders familienfreundlich, da sie dem Arbeitnehmer ermöglichen Privat- und Berufsleben besser miteinander zu vereinbaren. Die vielfältigen Möglichkeiten werden von Unternehmen in der Praxis aber noch zu wenig angeboten und umgesetzt. Müttern und Vätern wird es somit trotz hoher Qualifikation und Motivation erschwert den idealen Job zu finden. Auf der anderen Seite gehen den Unternehmen zunehmend die Bewerber aus.

Was zeichnet ein familienfreundliches Arbeitsmodell also aus und welche Vor- und Nachteile haben sowohl Unternehmen als auch Mitarbeiter, wenn sie diese etablieren beziehungsweise nutzen?

Als Entscheidungshilfe haben wir eine Übersicht familienfreundlicher Arbeitszeitmodelle für Arbeitgeber und Arbeitnehmer erstellt und deren Vor- und Nachteile aufgelistet.

Familienfreundliche Arbeitszeitmodelle

TEILZEIT

„Teilzeitbeschäftigt ist ein Arbeitnehmer, dessen regelmäßige Wochenarbeitszeit kürzer ist als die eines vergleichbaren vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmers.“ (Gesetz über Teilzeitarbeit, §2, I, 1)

Teilzeitarbeit ist für viele Mamas die erste Wahl für eine bessere Vereinbarkeit. Wer Teilzeit arbeitet hat in der Theorie mehr Zeit für außerberufliche Aktivitäten als vollzeitbeschäftigte Kollegen. Die verbleibende freie Zeit kann der Arbeitnehmer in Form von Fürsorgearbeit in seine Familie investieren. So kann ein Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf entstehen.

Für Teilzeit gibt es keine festgeschriebenen Zeiten. Der Vergleichswert zu den Vollzeitbeschäftigten ist entscheidend. Wie die Arbeitszeit gestaltet wird liegt also in der Hand des Arbeitgebers und -nehmers. Bei einer guten Absprache ist zum Beispiel eine Halbtagsstelle möglich oder auch eine verkürzte Woche, je nach individueller Situation.

Vorteile für Mitarbeiter: Der Arbeitnehmer hat durch eine Teilzeitstelle die Möglichkeit private und berufliche Belange besser in Einklang zu bringen. Zusätzlich können Teilzeitbeschäftigte den entstanden Zeitfreiraum für Weiterbildungsmaßnahmen nutzen. Durch die Zeitreduktion erhalten die Mitarbeiter einen höheren Nettostundenlohn, da sie weniger Steuerabgaben haben.

Vorteile für Unternehmen: Auch für Arbeitgeber hat die Teilzeitbeschäftigung einige Vorteile. So können sie beispielweise den Personaleinsatz flexibler an den Bedarf oder an die Nachfrage anpassen. Zudem reduzieren sich die Kosten für den Arbeitgeber und die Produktivität der Arbeitnehmer steigt aufgrund der kürzeren Zeitspannen. Somit wird die Stelle effizienter genutzt.

Nachteile für Mitarbeiter: So gut die Vorteile einer Teilzeitbeschäftigung für den Arbeitnehmer klingen, so gibt es doch einige Nachteile. Durch das reduzierte Einkommen erhalten Teilzeitbeschäftigte eine geringere Rente oder im Falle einer Arbeitslosigkeit geringere Ansprüche. Zudem müssen die Beschäftigten in einer geringeren Arbeitszeit oft ähnliche Aufgaben erledigen, wie Vollzeitbeschäftigte. Somit entsteht eine höhere Arbeitsbelastung und es kommt zu Überstunden und Stress. Durch die geringere Anwesenheit im Unternehmen fehlt außerdem der Kontakt zum Betrieb und zu den Kollegen. Wichtige Informationen aus Meetings können schwerer übermittelt werden. Der schwerwiegendste Nachteil einer Teilzeitarbeit ist jedoch die sogenannte „Teilzeitfalle“. Arbeitet er in Vollzeit hat der Arbeitnehmer jederzeit die Möglichkeit die Arbeitszeit zu reduzieren, andersrum ist dies nicht möglich. Teilzeitbeschäftigte haben keinen juristischen Anspruch ihre wöchentliche Arbeitszeit zu erhöhen. Viele Beschäftigte bleiben deshalb ihr gesamtes Arbeitsleben in der Teilzeit „gefangen“.

Nachteile für Unternehmen: Für Arbeitgeber bedeutet die Teilzeitbeschäftigung von Mitarbeitern oft zusätzlichen Aufwand, denn die Steuerung von zwei Halbtagsbeschäftigten ist aufwändiger als diejenige einer Vollzeitkraft, zum Beispiel in der Lohnbuchhaltung. So können höhere Verwaltungs-, Personal- und Arbeitsplatzkosten der Fall sein.

VOLLZEITNAHE TEILZEIT

Der Begriff „Vollzeitnahe Teilzeit“ beschreibt eine Wochenarbeitszeit ab 30 Sunden. Somit liegt der Arbeitsumfang hier näher an der Vollzeitstelle, als an der klassischen Teilzeitstelle. Besonders für Führungskräfte, die ihre Stelle familienfreundlich gestalten wollen, eignet sich dieses Modell.

Auch hier kann die Arbeitszeit in Absprache individuell gesetzt werden. Freie Tage sind möglich oder einige kurze Tage dazwischen, je nach Situation.

Vorteile für Mitarbeiter: Die Stunden lassen sich für die Arbeitnehmer flexibler gestalten, so bleibt genug Raum für die Familie. Dadurch, dass ein Arbeitnehmer in vollzeitnaher Teilzeit eine höhere Stundenzahl im Vergleich zur klassischen Teilzeit leistet, erhält er einen höheren Lohn, hat folglich also auch höhere Renten- und Arbeitslosenansprüche als beispielsweise ein Teilzeitbeschäftigter. Mehr Stunden bedeutet auch mehr Zeit für die gestellten Aufgaben, die Arbeitsbelastung sinkt.

Vorteile für Unternehmen: Ein vollzeitnaher Teilzeitbeschäftigter bedeutet für den Arbeitgeber eine Arbeitskraft, die eine höhere Stundenzahl leistet, jedoch trotzdem genug Raum für die Familie hat und sein Privatleben frei gestalten kann.

Nachteile für Mitarbeiter: Arbeitnehmer in vollzeitnaher Teilzeit neigen zu Überstunden, da ein klarer Zeitrahmen fehlt. Oftmals werden sie von Arbeitgebern somit trotzdem als Vollzeitkraft wahrgenommen. Hier ist ein offener Austausch mit dem Arbeitgeber zwingend notwendig. Die höhere Arbeitszeit und Anwesenheit bringt größere Verpflichtungen mit sich. Eine gute Organisation ist notwendig, um zum Beispiel Kindergartenzeiten mit der Arbeit zu vereinbaren.

Nachteile für Unternehmen: In Berufen mit Schichtplänen, wie zum Beispiel in der Altenpflege, bringen Beschäftigte in vollzeitnaher Teilzeit das gesamte Modell ins Wanken, da ihre Arbeitszeit flexibel ist und jeden Tag anders aussehen kann. Arbeitgeber müssen bei der Planung der Schichten ganz besonders auf die Bedürfnisse einzelner Mitarbeiter eingehen.

FLEXIBLE VOLLZEIT

Die Flexible Vollzeit bewegt sich in einem Stundenrahmen von 30 bis 40 Wochenstunden. Innerhalb dieses Rahmens kann der Arbeitnehmer entscheiden, wann er wie viele Stunden leistet – unter Einhaltung von Ankündigungsfristen und Absprachen. Dies kann nur durch dringende betriebliche Gründe verhindert werden. Das bedeutet: Eine Mutter oder ein Vater kann ein Jahr lang 30 Stunden arbeiten und im nächsten Jahr, wenn das Kind älter ist, auf 34 Stunden erhöhen. Gleiches gilt auch für Kollegen, die sich weiterbilden und in dieser Zeit ihre Stunden reduzieren möchten. Flexibilität meint in diesem Zusammenhang aber nicht nur eine zeitgemäßere Vollzeitregelung in speziellen Lebensphasen, sondern auch die Möglichkeit Arbeitstage um die Betreuungszeiten der Kinder herum zu gestalten.

Vorteile für Mitarbeiter: Arbeitnehmer können ihren Arbeitsalltag – unter Einhaltung von Ankündigungsfristen und Absprachen – flexibel gestalten. So können sie in den ersten Lebensjahren des Kindes weniger arbeiten und ohne Probleme, sobald das Kind in den Kindergarten/in die Schule kommt, die Arbeitszeit aufstocken. So ist weiterhin sowohl ein hohes Einkommen als auch eine gesicherte Rente gegeben. Zudem wird der Arbeitnehmer durch die Vollzeittätigkeit in das betriebsinterne Geschehen eingebunden. Für Paare, die Familie und Beruf partnerschaftlich aufteilen möchten, ist dieses Arbeitszeitmodell ideal: In einer Zeitspanne arbeitet der Vater mehr, in der anderen die Mutter.

Vorteile für Unternehmen: Für den Arbeitgeber ist das ausgeweitete Arbeitszeitvolumen ein großer Vorteil. Er „verliert“ wichtige Mitarbeiter nicht an Teilzeitstellen, sondern kann deren Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum reduzieren, dafür zu einem anderen Punkt wieder anheben. Zudem erhält er eine Vollzeitkraft, die flexibel ihr Familienleben anpassen kann, aber trotzdem am normalen Berufsalltag teilnimmt.

Nachteile für Mitarbeiter: Arbeitnehmer sind in Fällen kurzzeitiger Arbeitszeitreduktion auf die Offenheit und das Verständnis ihrer Arbeitgeber angewiesen. Da sich an Ankündigungsfristen gehalten werden muss, ist zudem eine ständige Absprache nötig. Die Zeit, die für die Familie bleibt, ist abhängig davon, ob die eigenen Wünsche vom Arbeitgeber anerkannt werden oder nicht.

Nachteile für Unternehmen: Arbeitgeber müssen permanent individuell koordinieren, wann welcher Mitarbeiter wie viel arbeiten kann.

ORTSUNABHÄNGIGES ARBEITEN (REMOTE)

Wie der Name schon sagt, ist der Arbeitnehmer beim ortsunabhängigen Arbeiten nicht an einen Ort gebunden, er kann arbeiten von wo er will. Dieses Arbeitszeitmodell verspricht ein freieres und selbstbestimmteres Arbeiten. Möglich wird dies durch die technische Entwicklung: Laptops, Software für Web-Konferenzen und sichere Datenübertragung.

Vorteile für Mitarbeiter: Der erste Vorteil für Arbeitnehmer ist offensichtlich: Der Arbeitsort kann frei gewählt werden. So ist eine gute Verbindung mit allen familiären Verpflichtungen möglich. Die Arbeitszeiten können jeden Tag individuell angepasst werden. Zudem sind Arbeitnehmer durch digitale Tools in das betriebsinterne Geschehen eingebunden und können auch an Konferenzen teilnehmen.

Vorteile für Unternehmen: Arbeitgeber sparen sich Kosten für einen Arbeitsplatz und öffnen ihre Stellen für jeden Arbeitnehmer, dem es schwer fällt tägliche Büroarbeitszeiten zu leisten.

Nachteile für Mitarbeiter: Durch das ortsunabhängige Arbeiten ist eine ständige Erreichbarkeit ermöglicht, die sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber verlockend ist: Telefonate im Urlaub, E-Mails bei Familienfeiern usw. Der Arbeitnehmer neigt zu Überstunden und Stress, da ihm die Tools zum Arbeiten immer zur Verfügung stehen.

Nachteile für Unternehmen: Für den Arbeitgeber ist es schwer kontrollierbar, wie viele Stunden der Arbeitnehmer täglich arbeitet. Die Arbeitsanstellung beruht auf gegenseitigem Vertrauen.

GLEITZEIT

Bei der Gleitzeit gibt der Arbeitgeber meist eine Kernarbeitszeit vor, in der der Arbeitnehmer anwesend sein muss. Außerhalb dieser Kernarbeitszeit kann dieser aber flexibel entscheiden wann er kommt und geht, solang er sich an seine vertraglich festgelegte Stundenanzahl hält. Dem Arbeitnehmer steht so Gestaltungsspielraum und Flexibilität zu.

Vorteile für Mitarbeiter: An jedem Arbeitstag hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit die Arbeitszeit flexibel anzupassen, ohne Absprachen zu tätigen. Solang er sich an die Kernarbeitszeiten und die festgelegte Stundenzahl hält ist er auf der sicheren Seite. Er erhält für die Arbeit das gleiche Gehalt, kann aber vieles selbst gestalten.

Vorteile für Unternehmen: Die Motivation der Arbeitnehmer steigt durch die Flexibilität, das ist förderlich für die Unternehmenskultur und die Qualität der Arbeit. Der Arbeitgeber hat zudem die Möglichkeit die Arbeitszeiten besser an den betrieblichen Bedarf anzupassen.

Nachteile für Mitarbeiter: Die erhöhte Selbstbestimmung der Arbeitszeit erfordert von den Mitarbeitern mehr Disziplin, da weniger Orientierung für die Arbeitszeit besteht. Mitarbeiter müssen selbst auf ihre Zeiteinteilung achten.

Nachteile für Unternehmen: Die Zusammenarbeit der Beschäftigten ist nur in einer vorgegebenen Kernarbeitszeit möglich, das kann die Zusammenarbeit erschweren. Zudem hat der Arbeitgeber einen erhöhten Verwaltungsaufwand, da jeder Mitarbeiter anders arbeitet und zusätzliche Systeme entwickelt werden müssen, um die Arbeitszeit zu kontrollieren.

LANGZEITKONTEN

Ein Langzeitkonto hält die Abweichungen der geleisteten Arbeitszeit von der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit fest. Es dient dazu, Arbeitszeit anzusparen für spätere bezahlte Freistellungen von der Arbeit, zum Beispiel in der Elternzeit oder Pflegezeit.

Überstunden, Urlaubsgeld, Provisionen und Boni werden den Mitarbeitern nicht ausgezahlt und auf diesem Konto steuer- und sozialabgabefrei angespart. Die Abgaben werden erst in der Freistellungszeit fällig. Das Entgelt wird so über einen längeren Zeitraum gestreckt und der Lohnsteuersatz sinkt.

Vorteile für Mitarbeiter: Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit seine gesamte Lebensarbeitszeit flexibel zu gestalten, indem er zwischendurch freiwählbare bezahlte Auszeiten nimmt, zum Beispiel nach der Elternzeit oder bei Schulbeginn.

Vorteile für Unternehmen: Durch die Pausen im Arbeitsalltag sind die Arbeitnehmer weniger gestresst, das wirkt sich positiv auf deren Arbeitsleistung aus und ist deshalb von Vorteil für den Arbeitgeber.

Nachteile für Mitarbeiter: Da Urlaubsgeld, Überstunden und weitere Extras einbehalten werden, erhält der Arbeitnehmer weniger Gehalt. Zudem ist ein Arbeitgeberwechsel schwierig, denn die Übertragung des Langzeitkontos ist nicht ohne weiteres möglich.

Nachteile für Unternehmen: Für den Arbeitgeber entsteht ein erhöhter Verwaltungsaufwand, da er den Überblick über die Langzeitkonten bewahren, die Auszeiten koordinieren und Aushilfen als Ersatz für den Arbeitnehmer einstellen muss.

HOME-OFFICE

Home-Office ist ein Arbeitszeitmodell, welches die meisten Unternehmen aus Gründen der Vereinbarkeit eingeführt haben. Es ermöglicht das (gelegentliche) Arbeiten von zuhause. Durch verschiedene digitale Tools können die Arbeitnehmer normal am Arbeitsalltag teilnehmen, sich gleichzeitig jedoch um Familienangelegenheiten kümmern.

Viele Firmen bieten ihren Mitarbeitern an einige Tage pro Woche im Home-Office zu arbeiten, während es mittlerweile auch schon Stellen gibt, die ausschließlich im Home-Office möglich sind.

Vorteile für Mitarbeiter: Der Arbeitnehmer arbeitet von zuhause, kann somit seinen Tag flexibel nach Kinderabholzeiten, Arztterminen etc. richten. Er ist durch digitale Tools erreichbar und mit dem Büro in Verbindung. Zudem sorgt das gewohnte Umfeld zuhause für Entspannung.

Vorteile für Unternehmen: Der Arbeitgeber spart sich die Kosten für einen Arbeitsplatz. Er öffnet sein Stellenangebot für Eltern mit kleinen Kindern, die ihren Alltag besser von Zuhause organisieren können.

Nachteile für Mitarbeiter: Durch das Arbeiten von Zuhause besteht die Gefahr von ständiger Ablenkung durch die Kinder oder andere Aufgaben, wie dem Haushalt. Gerade kleineren Kindern fällt es schwer ihre Eltern in Ruhe arbeiten zu lassen, wenn diese zuhause sind. Beschäftigte im Home-Office neigen zudem dazu im Krankheitsfall von zuhause zu arbeiten. Dies behindert den Heilungsprozess und gefährdet die Gesundheit der Angestellten.

Nachteile für Unternehmen: Der Arbeitgeber kann die Arbeitszeit des Angestellten nur schwer kontrollieren. Des Weiteren sind nur selten persönliche Gespräche möglich, da der Arbeitnehmer entweder nur selten oder gar nicht im Büro ist.

FAMILIENARBEITSZEIT

Bei der Familienarbeitszeit teilen sich die Eltern die Verpflichtungen partnerschaftlich auf. Das Konzept dabei ist, dass Mütter und Väter jüngerer Kinder beide 80 bis 90 Prozent arbeiten (28-36 Wochenstunden). Anstatt des klassischen Modells – Vater Vollzeit, Mutter Teilzeit – sollen sich beide Partner gleichberechtigt um den Broterwerb, Fürsorgearbeit und Haushalt kümmern können. Weil sich Väter durch eine vollzeitnahe Beschäftigung mehr in den Familienalltag einbringen, haben auch die Mütter mehr Spielraum für Erwerbsarbeit und Karriere.

Vorteile für Mitarbeiter: Eltern wird es erleichtert, die Zeit für Familie und Beruf partnerschaftlich aufzuteilen und einander zu entlasten. Das schafft mehr Gleichberechtigung und sichert die Existenz beider Elternteile, auch im Alter.

Vorteile für Unternehmen: Arbeitgeber die Familienarbeitszeit unterstützen, helfen bei der Angeleichung beruflicher Entwicklungschancen. Zudem sind Eltern, die partnerschaftlich teilen, motivierter und zufriedener, bei einer trotzdem, für den Arbeitgeber, angemessenen Arbeitszeit.

Nachteile für Mitarbeiter: Beide Elternteile leisten eine hohe Arbeitszeit. Absprachen in der Kinderpflege sind notwendig.

Nachteile für Unternehmen: Für Arbeitgeber entfallen, gerade durch die Arbeitszeitreduktion der Väter, Vollzeitarbeitskräfte.

JOB SHARING

Beim Job Sharing teilen sich zwei oder mehr Arbeitnehmer mindestens eine Vollzeitstelle. Dabei arbeiten sie als Team sehr eng zusammen und legen ihre Arbeitszeiten und Aufgaben individuell untereinander fest.

Vorteile für Mitarbeiter: Die Arbeitnehmer haben die Möglichkeit in Teilzeit zu arbeiten und werden in jeglicher Situation, zum Beispiel im Krankheitsfall der Kinder, von ihren Jobsharing-Partnern unterstützt. Durch die Teamarbeit entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl und in einem guten Team ist Spaß und Zufriedenheit garantiert.

Vorteile für Unternehmen: Im Krankheitsfall der Mitarbeiter kann leicht für Ausgleich gesorgt werden. Zudem erhöht sich das Fachwissen auf einer Position. Mehr Motivation und Zufriedenheit führen zu einem besseren Arbeitsergebnis für den Arbeitgeber.

Nachteile für Mitarbeiter: Teamarbeit erfordert viele soziale Kompetenzen, wenn man nicht dafür geschaffen ist, eignet sich dieses Modell nicht. Zudem besteht immer die Möglichkeit, dass man mit Kollegen zusammenarbeiten muss, mit denen man nicht arbeiten kann.

Nachteile für Unternehmen: Der Arbeitgeber muss mehrere Angestellte für eine Position verwalten und bezahlen, für die er eigentliche nur eine Person bräuchte.

FAZIT

Für jede individuelle familiäre Situation gibt es mittlerweile ein familienfreundliches Arbeitszeitmodell. Entscheidend für den Erfolg des jeweiligen Modells oder der gewählten Konstellation ist jedoch die Umsetzung und der offene Austausch zwischen Unternehmen und Mitarbeitern.